Psychische Auswirkungen des Lockdowns

Psychische Auswirkungen des Lockdowns
erstellt von freepic.com

Wie wirken sich die Einschränkungen des Lockdowns auf unser (Seelen-)Leben aus in der Zeit der Pandemie aus?

Der Lockdown geht, so wurde gestern beschlossen, nun mindestens für die nächsten vier Wochen weiter. Jetzt heißt also nochmals: weiter durchhalten. Es geht dabei vor allem darum, unsere sozialen Kontakte weiterhin eingeschränkt zu lassen. Unser Leben findet weiterhin hauptsächlich in unseren eigenen vier Wänden statt. Kinder dürfen ihre Freunde nicht zum Spielen treffen, und Eltern werden auf eine harte Probe gestellt.

Dabei sind die sozialen Kontakte ein ursprüngliches und wichtiges zwischenmenschliches Grundbedürfnis. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass sich diese Einschränkung stark auf das Wohlbefinden und unsere psychische Gesundheit auswirkt. Psychische Krankheiten finden jetzt einen Nährboden, um sich Corona-bedingt zu verbreiten.

Zudem müssen wir in der Zeit der Pandemie auch noch mit etlichen Ängsten und Unsicherheiten zurechtkommen. Die Angst, den Job zu verlieren und zu wenig Geld zum Leben zu haben, kann uns enorm stressen. Aber zu viele Stresshormone schwächen das Immunsystem und so sind wir wiederrum anfälliger für Infektionen.

Selbst wenn es bei diesem Lockdown doch anders ist, wir „besser“ vorbereitet sind als noch vor fast einem Jahr, so zerrt es doch an uns. Wir alle müssen aufpassen, dass wir beim Schutz unserer körperlichen Gesundheit unsere psychische Gesundheit nicht vernachlässigen.

Dabei treffen wir häufig auf zwei Phänomene: Burnout und Boreout

Was ist Burnout?

Ein Burnout wird durch starken, anhaltenden psychischen und physischen Druck hervorgerufen. Dabei fühlen wir uns nicht im Stande, positive Veränderungen in unserem Leben herbeizuführen. Wir sehen keine Lösung zur Besserung oder Herstellung unseres seelischen Gleichgewichts, was ein Gefühl der Hilflosigkeit bewirkt und in Selbstaufgabe ausufern kann. Gerade für Familien oder Alleinerziehende ist der Leistungsdruck, auch ohne die Corona-Einschränkungen, enorm groß, allem gerecht zu werden und seine Kinder in guter Obhut zu wissen.

Woran erkennst Du also ein Burnout? Hier treten Symptome wie Müdigkeit bis hin zur Erschöpfung, Gereiztheit, Schlafstörungen, nachlassende Belastbarkeit und Frustration auf. Das alles sind Signale des Körpers und der Seele, um einen Menschen wachzurütteln.

Was ist Boreout?

Dieser Begriff ist noch relativ neu und bezeichnet eigentlich die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz. Doch im Moment trifft dies bei einigen Menschen auch im sozialen Leben zu. Das Boreout wird hervorgerufen durch permanente Langeweile oder Monotonie. Im Job frustriert das von links nach rechts räumen der Akten, und man sieht überhaupt keinen Sinn mehr in der Tätigkeit, die einen eh nicht fordert. Wird sind “bored”, auf Deutsch “gelangweilt” und bewegen uns während des Lockdowns gefühlt nur noch hin und her zwischen Bett, Kühlschrank, Couch und Balkon. Wer Glück hat, hat einen Garten und in der Pandemie etwas Freiraum.

Dazu kommt, dass im Privaten jetzt gerade auch Singles während Corona gefährdeter sind. Auf einmal steht durch das Wegfallen vieler Möglichkeiten sehr viel Zeit im Raum, in der es gilt, nicht total zu vereinsamen.

Interessanterweise sind die Symptome hierbei fast dieselben wie beim Burnout-Syndrom

Wie kannst Du Dein seelisches Gleichgewicht während des Lockdowns bewahren?

Sich dem Positiven zu- und dem Negativen abwenden

Wir können selber darüber entscheiden, was wir sagen, sehen, hören und tun. So banal es klingen mag, bringt uns diese Fähigkeit einen enormen Vorteil. Denn wir haben Einfluss darauf, mit welchen Inhalten wir uns auseinandersetzen und von welchen wir uns im Lockdown abwenden wollen. Deshalb:

Begrenze Deine Informationsmedien

Wie in allen Krisenzeiten ist das Thema ständig und überall präsent: Alle Nachrichtenformate berichten über die aktuelle Lage und auch in den sozialen Medien ist dieses Thema allgegenwärtig. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu Informieren. Das heißt, lies in Ruhe einen ausgewählten Artikel oder schau Dir bewusst EINE Nachrichtensendung am Tag an. Gönn deinem Kopf dazwischen einfach mal ein bisschen Ruhe, es muss sich nicht immer alles um den Lockdown drehen.

Den Tag strukturieren und Routinen beibehalten

Durch die Corona-Krise fühlen sich viele von uns hilf-, halt- und orientierungslos. Entweder sind unsere Tage voll ungeplanter Zeit oder wir wissen nicht, wie wir alles überhaupt unter einen Hut bekommen sollen. Doch wenn wir uns auf das Stützen, was wir kennen und es wir beeinflussen können, so können wir unsere Orientierung und unseren Halt zurückgewinnen. Ein wichtiger Bestandteil ist das Einhalten von gewohnten Tagesabläufen und Routinen.

Positive Freizeitgestaltung

Bedingt durch die Beschränkungen haben wir alle nun viel mehr Zeit zu Hause. Nutze diese Zeit als Chance, um die Dinge anzupacken, die Du für gewöhnlich aufschieben würdest. Jeder von uns hat unerledigte Dinge auf seiner Liste, für die er bisher keine Zeit hatte. Sei es das Telefonat mit einem alten Freund, das Brettspiel von Weihnachten ausprobieren, den Kleiderschrank ausmisten oder Zeit mit der Familie zu verbringen. Wichtig ist dabei, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die Freude schenken und nicht an den Energiereserven zerren.

Entspannen

Der achtsame Umgang mit sich selbst sowie der regelmäßige Wechsel zwischen Phasen der Ent- und Anspannung ist elementar für das seelische Gleichgewicht und die Gesundherhaltung im Lockdown. Zum Beispiel das Durchführen von Achtsamkeits- und Entspannungsübungen hilft dabei, sich regelmäßige, kleine Auszeiten zu nehmen. Selbst wenn es nur ein paar Minuten sind.

Nimm Kontakt zu anderen auf

Durch die Einschränkungen der Sozialkontakte ist der direkte Kontakt zu Freunden und Familie auf die Personen in einem Haushalt begrenzt oder bleibt ganz aus. Dadurch kann schnell ein Gefühl der sozialen Isolation entstehen. Übernimm nun die Initiative und bleib trotzdem weiterhin mit Familienmitgliedern, Freunden, Verwandten, Bekannten, Nachbarn, Kollegen und all den lieben Menschen in Kontakt. Mittlerweile gibt es dafür viele verschiedene Möglichkeiten: Telefonieren, Chatten, Videoanruf, virtueller Spieleabend, Briefe schreiben. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Bleib in Bewegung

Durch die derzeitigen Einschränkungen sinkt oft auch unsere tägliche Bewegung. Der Körper braucht Bewegung jedoch nicht nur, um optimal zu funktionieren, sondern Bewegung reduziert die Anspannungen. Zudem hilft Sport, Stresshormone abzubauen und Glückshormone auszuschütten. So können eventuelle Sorgen und die belastende Situation während des Lockdowns ein bisschen erträglicher gemacht werden.

Tue Sinnvolles

Wenn Du nun aufgrund der Corona-Krise mehr Zeit in Deinem Alltag hast, wäre es optimal, diese möglichst sinnvoll zu nutzen. Natürlich ist die Versuchung groß, bei Langeweile vor dem Fernseher, Laptop oder Smartphone zu sitzen und sich berieseln zu lassen. In Maßen ist das auch vollkommen in Ordnung. Sollte es jedoch zum Dauerzustand werden, kannst Du die Lücken sinnvoller füllen. Gibt es z. B. etwas, das Du immer schon tun wolltest? Wie eine Fremdsprache lernen, ein Buch schreiben, einen Businessplan machen, ein Online-Sportprogramm beginnen oder Rezepte zur gesunden Ernährung zusammenstellen.

Last but not least: Bleib gesund!

Unsere Gesundheit wird maßgeblich durch unser Verhalten beeinflusst. Dabei sind vor allem unser Ernährung-, Bewegungs-, Schlaf- und Denkgewohnheiten entscheidend. Um gesund zu bleiben, lohnt es sich also, genau diese Lebensbereiche und das darin gelebte Verhalten einmal grundsätzlich zu prüfen.

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